đťź· Der Beginn von Entenhausen
Vor langer Zeit, inspiriert von dem kleinen Ort Walnut Grove in Minnesota, sollte auch bei uns ein neuer Ort entstehen. Der Beginn hätte eigentlich schon viel früher passieren sollen, aber es kommen immer mal Dinge dazwischen – in unserem Fall das geparkte Auto unserer Nachbarin, das durch unsere andere Nachbarin beim Einparken aus unerklärlichen Gründen rückwärts in unseren Garten „geschoben“ wurde und dabei zwei Zäune durchbrach. Das Auto landete nach dem kräftigen Wumms genau in dem Teil unseres Gartens, der auf den Spatenstich von Entenhausen gewartet hatte. Nach über einem Jahr wurde unser kaputter Zaun bis heute immer noch nicht repariert. Auch nicht nachzuvollziehen, aber das ist eine andere Geschichte.
Zurück zu den ursprünglichen Plänen: Wir wollten Entenhausen gerne mit zwei amerikanischen Pekingenten gründen – besser gesagt, meine Tochter und mein Mann wollten amerikanische Pekingenten. Ich hätte auch gerne Laufenten genommen, aber weil diese die ganze Zeit durch den Garten laufen, wären die Tretminen sicher.
Das Problem war jedoch, dass in unserer Umgebung nur deutsche Pekingenten verfügbar waren, etwa in Delmenhorst. Die amerikanischen Pekingenten hingegen gab es ausschließlich auf dem Land, irgendwo in der Nähe von Magdeburg – also alles andere als um die Ecke. Da sich Pekingenten und Laufenten recht ähnlich sind, erschien es uns als guter Kompromiss, zunächst zwei deutsche Pekingenten aufzunehmen. So hätten wir die Möglichkeit, später ein drittes Küken aus Magdeburg zu holen, damit auch eine amerikanische Pekingente bei uns einziehen kann. So zogen im Mai 2024 zunächst Lieschen und Ernie bei uns ein: die ersten Bewohner in Entenhausen.

Sie waren sozusagen der Beginn einer neuen Ära. Sie waren so süß! Allerdings gab es sie nur im Doppelpack. Egal, ob die beiden liefen, tranken, fraßen oder lagen – alles passierte unvorstellbar synchron. Selbst wenn sie im Laufen die Richtung wechselten – immer synchron. Das Duo war zwar süß, aber das war schon fast unheimlich, denn sie waren von Anfang an eins. Woher konnten sie das? In dem Stall des Bauernhofs, von dem wir sie geholt hatten, waren 20 bis 30 Küken, die sich in einer Ecke verkrochen. Das konnten sie vorher also nicht geübt haben.
FolgendermaĂźen lieĂźen sie sich auch nicht alleine bekuscheln; den Platz auf dem SchoĂź konnten sie demnach nur gemeinsam einnehmen.
Eine interessante Erkenntnis ĂĽber unser KĂĽken-Duo machten wir ziemlich zeitig...
Als die Band meiner Tochter Paula im Juni ihre Release-Party für ihre veröffentlichten Singles in unserem Garten veranstaltete, offenbarten sich die musikalischen Adern der Enten.
Am Nachmittag probten Paula und die Jungs auf der Bühne im Garten, und plötzlich liefen die beiden Küken – natürlich synchron – auf direktem Wege zur Bühne, blieben davor stehen und lauschten sehr interessiert.
Paula widmete ihnen ihren ersten Song „Fliegen“. Denn fliegen würden sie gemeinsam niemals schaffen können.
Link zum Song auf Spotify oder Youtube .

Je größer die Enten wurden, desto mehr hatte man den Eindruck, dass sie Kuschelphasen eher über sich ergehen ließen, als dass sie diese wirklich genossen – sie hatten eben sich. Zudem ist die allgemeine Ente in ihrem Sozialverhalten vielleicht nicht ganz mit Hund oder Katze gleichzusetzen.
Nebenbei sei erwähnt, dass Lieschen uns mit der Zeit immer deutlicher zeigte, dass ihr Name nicht ganz treffend gewählt war, denn immer deutlicher wurden ihre – oder besser gesagt seine – tiefen Töne. Sie hätte vielleicht nun Liesbert heißen müssen, aber das Thema Gendern und die entsprechenden Formalitäten lasse ich erst mal außen vor.
In diesem Sinne: En(t)de gut, alles gut!